Pressemitteilung: SPD Kehl zur Schließung des Krankenhaus Kehl

28.07.2018

Mit 51 zu 27 Stimmen wurde am Dienstag beschlossen, dass das Krankenhaus Kehl zusammen mit Ettenheim und Oberkirch spätestens im Jahr 2030 geschlossen wird. Wir als SPD Kehl bedauern diesen Schritt aus folgenden Gründen: 1. Es konnte immer noch nicht genau erläutert werden, wie über dieses Datum hinaus eine medizinische Nahversorgung der Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt gewährleistet werden soll. Vor allem im Notfall muss eine schnellstmögliche Versorgung vorhanden sein mit kurzen Anfahrtswegen und bestmöglicher Behandlung. 2. Die noch offene Standortfrage in Offenburg macht die (für uns) übereilte Entscheidung doch mehr als fragwürdig. Windschläg als geeignetster Standort für Kehl und Oberkirch sieht sich nun jetzt schon dem Widerstand der Deutschen Bahn (Behinderung Tunnelbau) als auch Teile der ansässigen Bevölkerung ausgesetzt. Dagegen würde ein Standort im Süden von Offenburg durch längere Anfahrtswege eine höhere Beeinträchtigung für uns alle bedeuten. Diese Frage hätte schon vor Abstimmung und vielleicht sogar vor dem Gutachten geklärt werden müssen. 3. Auch wie jetzt noch qualifiziertes Personal angeworben werden soll, mit einem von der Schließung bedrohten Standort, erschließt sich uns nicht. Hier setzen wir auf das bestehende sehr gute Personal, aber auch dieses geht irgendwann in den wohlverdienten Ruhestand oder sucht neue Herausforderungen. Danach wird es aus unserer Sicht doch sehr schwer neue talentierte Leute für das Krankenhaus Kehl zu begeistern. 4. Die Förderungen durch das Land Baden-Württemberg beruhen hauptsächlich auf mündlichen Aussagen, ob diese wirklich wie angegeben fließen werden, wird sich erst noch hinausstellen. Eine verbindliche Zusage hätte hier womöglich Klarheit geschaffen inwiefern die Großprojekte den Haushalt des Ortenaukreises belasten. Dies ist bisher in keiner Form absehbar und daher ist hier die Frage, ob Geld am Ende woanders fehlen wird, wenn die Förderung nicht wie großzügig geplant kommen wird. Dies lässt für uns den Schluss zu, dass die Überprüfungsklausel bis 2025 nur eine Beruhigungspille ist. Denn ohne Konzept sowohl in Struktur als auch Finanzierung und vor allem ohne geeignetes Personal ist es fraglich wie das Krankenhaus Kehl bis 2025 da steht. Deshalb fordern wir als SPD schnellstmöglich Klarheit für die Bürgerinnen und Bürger. Wenn die 11.000 Unterschriften schon nicht für den Erhalt entscheidend waren, dann doch bitte dass mit offenen Karten gespielt wird. Wir werden weiterhin für den Erhalt des Krankenhauses kämpfen und suchen jeden Strohhalm an dem wir uns festhalten können um die Nahversorgung der Bürgerinnen und Bürger zu erhalten.

 
 


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