»Kronenhof«-Änderung im Stadtrat verschoben

23.07.2018

Antrag der SPD am vergangenen Mittwochabend - Die Änderung des Bebauungsplans »Kronenhof« ist noch nicht in trockenen Tüchern. Die SPD meldete am Mittwoch im Stadtrat per Antrag Bedarf für restriktivere Regelungen zur Begrenzung der Zahl der Wohnungen pro Grundstück an. Der Beschluss über die erneute öffentliche Auslegung wurde verschoben. »Es wird ja fast eine Doktorarbeit draus«, seufzte Baubürgermeister Harald Krapp gegen Ende der Debatte im Gemeinderat. Und HansJürgen Sperling (SPD) sagte fast entschuldigend: »Ich weiß, dass es ungeschickt ist, wenn ich jetzt nochmal mit einem Änderungsantrag komme. Aber er ist sinnvoll.« Seit Jahren sorgt das Thema für jede Menge Arbeit für Rat und Stadtplaner. Ziel ist es, eine maßvolle Nachverdichtung in der aus den 30erJahren stammenden Arbeitersiedlung im Schatten des Wasserturms zu ermöglichen. Mitte Juni hatte sich der Rat zuletzt mit dem »Kronenhof« beschäftigt. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob man Schank- und Speisewirtschaften zulassen soll. Die Verwaltung war dafür, die Siedlergemeinschaft dagegen – und den Forderungen der Siedler schloss sich der Rat mit knapper Mehrheit an. Diese Forderung sei jetzt eingearbeitet, so Stadtplanerin Kora Herrmann. Somit bleibt die Möglichkeit, Gaststätten in dem Areal einzurichten, auf das Grundstück rund um die alte »Kronenhof«-Gaststätte beschränkt. Diese steht jedoch bereits seit Urzeiten leer. Am Mittwoch meldete die SPD weiteren Änderungsbedarf an – diesmal ging es um die Zahl der Wohneinheiten. Sperling äußerte die Sorge, dass die Siedlung »zugebaut« wird und die vorhandene Infrastruktur (Straßen, Abwasserkanäle) eine zu dichte Bebauung nicht verkraftet. Im Plangebiet sind Einzel- und Doppelhäuser zulässig, und in einem Doppelhaus könne man bis zu vier Wohnungen unterbringen. Das könne im Einzelfall zu viel sein, fand Sperling. Seine Alternative: die Grundstücksfläche als Bezugsgröße zu nehmen. Für jede angefangene Wohnung müssten 350 Quadratmeter Grundstücksfläche vorhanden sein. Wer also ein Grundstück in der Mindestgröße von 350 Quadratmetern besitzt, darf darauf nur ein Haus mit einer Wohneinheit errichten; bei 350 bis 700 Quadratmetern wäre ein Haus mit zwei Wohneinheiten zulässig, ab 700 Quadratmetern ein Haus mit drei Wohneinheiten. »Das scheint mir rechtlich möglich«, so Sperling – und auch Stadtjustiziar Klaus Poßberg schloss sich der Auffasssung an. Baubürgermeister Harald Krapp versuchte, doch noch einen Beschluss hinzukriegen. Dass jemand auf einem 350-Quadratmeter-Grundstück ein Haus mit vier Wohneinheiten baut, sei nicht zu erwarten, meinte er: »Der müsste dann ja auch noch acht Stellplätze dort unterbringen. Das ist völlig theoretisch.« Doch da auch Richard Schüler (CDU) Sympathie für den SPD-Antrag erkennen ließ, entschied OB Vetrano schließlich, die Abstimmung abzusetzen. Der Beschluss über die erneute öffentliche Auslegung der Bebauungsplan-Änderung kann so erst nach der Sommerpause fallen. Copyright © 23.07.2018 Reiff Medien; von MICHAEL MÜLLER

 
 


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